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Entstehung

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Entstehung

 

Entstehung der Edelsteine

Wie sind die Edelsteine nun eigentlich entstanden.

Es gibt drei Möglichkeiten dies zu erklären:
Die erste kann man vergessen: Sie wäre sehr umfangreich und auch nicht gerade allgemeinverständlich. Die zweite wäre die Ultrakurzform und würde lauten: Der liebe Gott hat sie gemacht. Die dritte ist der Versuch mit wenigen Worten einen, wenn auch sehr oberflächlichen Einblick zu geben.

Man unterscheidet vier große genetische Zyklen oder Gruppen von Lagerstätten und damit auch von Gesteinen: Die der Eruptivgesteine, der Sedimentgesteine, der kristallinen Schiefer und der Verwitterungsbildungen. Eruptivgestein weist auf die Eruption eines Vulkans hin, wird aber in viel weiterem Umfang gebraucht, so auch für die in großer Tiefe bereits abgekühlten und erstarrten Schmelzmassen.

Die Erstarrung eines Magmas in der Tiefe spielt sich in drei Phasen ab. In der ersten Phase wird der Schmelzfluss durch das Auskristallisieren verschiedener Mineralarten allmählich zum Gestein. So entsteht das Tiefengestein. Bekanntes Beispiel: Granit. Edelsteine dieser Phase sind Diamant und Peridot. Bei einem solchen Kristallisationsvorgang nimmt die Schmelze immer mehr ab. In der Restmenge sind all diejenigen Elemente verblieben, die bis dahin noch nicht in die gesteinsbildenden Minerale eingebaut wurden. Vor allem sind dies die leichtflüchtigen Bestandteile des Magmas, wie Wasser, Fluor, Chlor, Bor, Schwefel, Kohlensäure etc., ferner Schwer- und Edelmetalle, sowie eine ganze Reihe seltenerer Elemente.

Je weiter der Kristallisationsvorgang fortschreitet, desto mehr wird die Restlösung mit diesen leichtflüchtigen Bestandteilen angereichert und entsprechend steigt der Gasdruck in der Restschmelze. Sobald der Druck so hoch ist, daß die Gesteinshülle ihn nicht mehr aushält, werden Teile des Restmagmas in die Nebengesteine ausgepresst. Damit beginnt die zweite Phase der Magmaerstarrung. Es bilden sich Gangesteine, wovon die Pegmatite als Edelsteinbringer die größte Bedeutung haben. Pegmatitminerale sind Turmalin, Topas, die meisten Berylle einschließlich Aquamarin, Chrysoberyll etc. Von den Spalten in die die Restlösungen eingedrungen sind, wirken sie auf die Neben- gesteine ein. Es kommt dort zu ausgedehnten Auflösungsvorgängen und Neukristallisationen, wobei sich Kontakgesteine und Kontaktminerale bilden.

Nach Ablauf dieser zweiten Phase bleiben noch heiße wässerige Lösungen im Magmaherd übrig, die in der dritten Phase in die umgebenden Gesteinshüllen eindringen und dort weite Wege zurücklegen. Es bilden sich Schwerspat-, Flußspat- und Quarzgänge. Diese drei Phasen spielen sich innerhalb der Erdkruste ab und werden als intrusiv bezeichnet. Dringt die Schmelzmasse bis zur Erdoberfläche vor, kommt es zu einem Vulkanausbruch und es setzen die extrusiven Vorgänge ein. Es sind nur wenige Edelsteine, die auf diese Weise entstanden. Achat und Opal gehören dazu. Sie verdanken ihre Entstehung heißen wässerigen kieselsaueren Lösungen, die mit der Lava im Vulkan aufgestiegen sind, wobei die gelöste Kieselsäure auskristallisierte.

Neben diesen primären, finden wir noch die sekundären Lagerstätten. Sie sind für die Entstehung der Edelsteine ohne Bedeutung, umsomehr aber für die Edelsteingewinnung. In Jahrmillionen Erdgeschichte " floß reichlich Wasser den Berg runter ".Es wurden Gebirge abgetragen, Gesteinsmassen und mit Ihnen auch Edelsteine hinweggespült und an anderer Stelle abgelagert. Das umgebende Primärgestein verwitterte an der Erdoberfläche. Es bildete sich ein lockerer Verwitterungsboden in den die Edelsteine eingebettet waren. Dieser Verwitterungsschutt wurde nun mit den darin befindlichen Edelsteinen wiederum vom Wasser weggerissen, teilweise über weite Strecken. Sobald das Wasser langsamer floss sanken die spez. schwereren Edelsteine nach unten und lagerten sich in sogenannten Seifen ab.

Die Seifen kann man als Riesengeschenk der Natur sehen. Sie sind erstens stark mit Edelsteinen angereichert und erfordern zweitens nicht den teueren Abbau des Primärgesteins, der nur mit aufwendigen Methoden möglich ist, wobei natürlich auch - z.B. bei Sprengungen - die Edelsteine in Mitleidenschaft gezogen werden können. Solche Seifen findet man sowohl in heutigen, als auch in ehemaligen Flußbetten und natürlich auch in den älteren, höher gelegenen Flußterrassen. Die Edelsteine liegen meist unter einer mehr oder weniger mächtigen Sandschicht, die sich im Laufe der Zeit über ihnen abgelagert hat. Diese Lagerstätten zu finden ist leider nicht ganz einfach.

Glück und Zufall spielen eine große Rolle. So haben mittellose Holzfäller beim Umlegen von Urwaldriesen unter deren Wurzeln märchenhafte Schätze gefunden, während große Gesellschaften für erfolglose Schürfarbeit Millionen ausgegeben haben.